50 Jahre Informatik an der Hochschule Mannheim

Wie alles begann

Bis 1941 werden in Deutschland richtungsweisende Entwicklungen im Bereich Informatik gemacht, wie beispielsweise der Rechner von Konrad Zuse. In den Jahren 1945 – 1955 dürfen in Deutschland keine elektronisch gesteuerten Rechneranlagen produziert werden, so geht der Anschluss an die Entwicklung verloren. Die USA haben in diesem Bereich einen Entwicklungsvorsprung von drei bis vier Jahren, der bis heute noch nicht ganz aufgeholt ist. Ende der 60er Jahre beginnen gezielte Investitionen, um den Entwicklungsvorsprung wieder auszugleichen. In diesem Zeitraum, Ende 60er bis Anfang 70er Jahre, expandiert die Hochschule Mannheim – damals noch als Ingenieurschule – sowohl baulich wie auch vom Studienangebot her. Das neue Hochhaus wird erstellt und die Fachabteilungen Informatik und Nachrichtentechnik kommen hinzu.
 
Durch den Einzug der Computertechnik in die Unternehmen und die Industrie wird eine ganz andere, neue Ausbildung der Ingenieure verlangt und die Informatik hält Einzug in die Ingenieursausbildung. Der Begriff Informatik wird zuerst in Mannheim und Hamburg eingeführt. Damit gehört Mannheim zu den Ersten, die das Fach Informatik anbieten. Das Land Baden-Württemberg hat damals schon eine Vorreiterrolle im Bereich Informatik.
 
Prof. Meixner, Dozent für Maschinenbau (1947 – 1955) und von 1955 bis 1985 Rektor der Ingenieurschule Mannheim, ist ein großer Befürworter für die Informatik. Zum Wintersemester 1969/70 wird das Studienfach Informatik erstmals angeboten. Es sind 14 Studierende, die sich im 4. Semester für das Fach einschreiben.
 
Die TH Karlsruhe ist bundesweit die erste Einrichtung mit Absolventen der Informatik, die Hochschule Mannheim ist die erste Einrichtung mit Informatikabsolventen auf Fachhochschulebene. Karlsruhe beginnt mit seiner Ausbildung sechs Monate vor Mannheim.
 
Anfang der 70er Jahre werden die Ingenieurschulen aufgelöst und in die neue Hochschulform der Fachhochschulen überführt. Dieser Schritt ist notwendig, da die Industrie nach einem universell einsetzbaren, akademisch ausgebildeten Ingenieur verlangt, der anwendungsorientiert auf die Belange der Industrie ausgerichtet sein soll.

Im Zuge der Hochschulreform wird 1971 der Diplomstudiengang Informatik an der Hochschule Mannheim im Sommersemester angeboten. Für das erste Semester schreiben sich 26 Studierende ein.