Ingolf Koch

Warum haben Sie sich für ein Studium der Informatik entschieden?

Nach dem Abitur stand ich plötzlich da und wusste nicht genau, was ich machen wollte. Ein Informatikstudium konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht vorstellen. Nach zwei anderen Versuchen habe ich Architektur studiert. Aber dann fing ich an, in den Semesterferien, einfach nur so aus Interesse wieder zu programmieren und habe schnell gemerkt, das ist doch mein Ding.

Warum an der Fakultät für Informatik der Hochschule Mannheim?

Ich hatte schon Erfahrungen mit Uni und Fachhochschule und an der FH hat es mir besser gefallen. Hier in Mannheim habe ich vor meinem Studium ein oder zwei Vorlesungen besuchen können und dachte, ja, das ist es.

Was hat für Sie die Zeit des Studiums allgemein ausgemacht?

Das war auf jeden Fall eine ganz tolle Zeit und ich war schon ein bisschen traurig, als ich dann fertig war. Ich war mit den Professoren bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr zufrieden, sie waren immer erreich- und ansprechbar. Und der Kontakt zu meinen Kommilitonen war sehr, sehr gut. Bei vielen Projekten muss man ja in Gruppen arbeiten, das war immer interessant und bereitet einen auch für das Berufsleben vor.

Würden Sie noch mal Informatik studieren?

Also wenn ich nicht schon Informatik studiert hätte ja, auf jeden Fall, ich hab es nicht bereut.

Können Sie unseren Studieninteressierten etwas mit auf den Weg geben?

Viele meiner Kommilitonen haben über die eher theoretischen Fächer geklagt. Auch wenn man dieses Wissen nicht direkt anwenden kann, sind diese für ein generelles Verständnis enorm hilfreich.

Nach dem Studium Sind Sie erst in die Wirtschaft gegangen und heute selbständig tätig?

Ich habe während meines Studiums als Werkstudent gearbeitet. Als ich mit meiner Diplomarbeit fertig war, wurde ich von meinem Chef gefragt ob ich fest anfangen wolle. In welchem Bereich? Zunächst im Bereich Entwickler-Tools und später in der Entwicklung von Weboberflächen. Aber irgendwie wollte ich noch etwas anderes machen, wusste allerdings lange Zeit nicht genau was. Dann habe ich angefangen mich abends nach der Arbeit mit iOS-Entwicklung zu beschäftigen und hatte die Idee für eine Musik-App. Ab da habe ich jeden Tag nach der Arbeit bis zwei, drei Uhr nachts programmiert. Ich konnte gar nicht mehr aufhören bis ich die App erfolgreich in den Store gebracht habe. Im Laufe des folgenden Jahres habe ich dann die Entscheidung gefällt, mich selbständig zu machen. Als Informatiker ist dieser Schritt im Gegensatz zu anderen Berufen sehr leicht. Arbeiten Sie alleine? Ich arbeite alleine, von zu Hause aus. Meine Kunden sind meistens hier aus der Region.

Waren Sie durch ihr Studium gut auf diese Selbständigkeit vorbereitet?

Rein fachlich war ich sicher gut vorbereitet. Wir hatten zwar auch ein Blockseminar über Existenzgründung in den Semesterferien. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht über die Möglichkeit der Selbstständigkeit nachgedacht.

Was würden Sie Studierenden mit auf den Weg geben wenn, diese gründen wollen?

Für den Start ist es glaube ich erst mal wichtig, dass man einfach anfängt auch wenn die ersten Projekte vielleicht nicht so spannend sind. Man muss natürlich selber aktiv werden und schauen, dass man Aufträge bekommt. Bei mir lief auch sehr viel über Empfehlungen. Hat man gute Arbeit gemacht, dann kommt der Kunde oft nach ein paar Monaten wieder oder empfiehlt einen weiter. Aber nicht jeder ist für eine Selbständigkeit geeignet. Man muss schon eine gewisse Menge an Leidenschaft mitbringen, muss für ein Thema brennen. Im Unternehmen hat mir die Abwechslung gefehlt und der viel engere Kontakt zu den Kunden, die Möglichkeit ihn direkt zu beraten. Für mich ist diese Form des Arbeitens einfach viel erfüllender.

Sind Sie momentan da, wo Sie einmal hin wollten?

Ich wusste ja eigentlich gar nicht so genau wo ich hin wollte aber so im Nachhinein kann ich sagen ja, da wollte ich hin.