Prof. Dr. Christian Baun

Warum ein Informatikstudium und wieso an der Fakultät für Informatik der Hochschule Mannheim?

Zur Informatik bin ich gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Informatik war also gar nicht das Ziel? Nein, ich wollte zuerst etwas geisteswissenschaftliches studieren, da waren mir aber die späteren Berufsaussichten zu schlecht. Aus Neugier habe ich mir dann die Informatik angeschaut. Im Nachhinein war das ein großes Glück.

Was hat für Sie die Zeit des Studierens allgemein ausgemacht? War das eine gute Zeit?

Ich kam direkt vom Abitur und hatte erst mal keine Lust gleich wieder zu lernen daher ist es mir am Anfang sehr schwer gefallen mich zu motivieren. Das Studentenleben an sich war aber natürlich super.

Wenn Sie an die Fakultät für Informatik zurück denken, was hat Ihnen besonders gefallen?

Mir hat gefallen, dass man als Studierender einen sehr direkten Kontakt zu den Mitgliedern der Fakultät hat. Die Hochschule ist eine Campushochschule bei der die Kommilitonen, Professoren und Mitarbeiter gut erreichbar sind. Es verläuft sich nicht so wie in anderen Städten, wo die Einrichtungen der Hochschule über die ganze Innenstadt verteilt sind. Das macht es irgendwie ein bisschen heimelig.

Zu welchem Thema haben Sie Ihren Abschluss geschrieben?

Ich habe 2005 mein Diplom und 2006 meinen Master zu Themen aus dem Gebiet der verteilten Systeme bei Prof. Günther Bengel geschrieben. Herr Bengel war für mich spätestens im Hauptstudium ein Mentor und Vorbild in vielen Dingen.

Wenn Sie nochmal entscheiden dürften, würden Sie wieder Informatik studieren?

Ja, ich werbe auch sehr in meinem Umfeld dafür und ich würde auch immer wieder hier an der HS Mannheim studieren. Man kann hier viel lernen, wenn man bereit dafür ist. Es ist eine Hochschule der kurzen Wege mit sehr guten Leuten in einer Stadt, die viel zu bieten hat.

Was würden Sie Studieninteressierten mit auf den Weg geben?

Viele Studierende schreiben sich ein und haben keine Vorstellung, was Informatik eigentlich ist. Ich kann nur jedem empfehlen, egal um welches Studium es geht sich vorher gut zu informieren. Es ist nicht mit der Schule vergleichbar. Ich empfehle auch vor dem Einschreiben mit jemandem zu sprechen, der aktuell Informatik studiert.

Sie sind heute Professor und in der Forschung tätig. Wie kamen Sie zum wissenschaftlichen Arbeiten und in welchem Bereich forschen Sie?

Meine Schwerpunkte sind nach wie vor im Bereich verteilte Systeme.

War das für Sie immer schon klar, dass Sie wissenschaftlich arbeiten wollen?

Nein, das habe ich mit der Zeit herausgefunden und ich hatte auch nach meinem Studium das passende Umfeld. Man kann sagen, ich bin da reingerutscht.

Wie war der Wechsel vom Studium ins Berufsleben? Waren Sie gut vorbereitet?

Es gibt kaum Möglichkeiten während des Grund- oder Hauptstudium mit den Studierenden richtig wissenschaftlich zu arbeiten und Forschung auf hohem Niveau zu betreiben. Fachlich war ich gut vorbereitet und den Rest muss man einfachen machen. Es dauert einige Jahre, bis man in der Forschung richtig Fuß fasst.

Sind Sie heute beruflich da wo Sie einmal hin wollten?

Ja, auf jeden Fall. Ich mache jetzt beruflich das, was mir am meisten Spaß macht.

Was würde Sie den heutigen Studierenden mit auf den Weg geben wenn sie wissenschaftlich arbeiten wollen?

Man muss sich intensiv in ein Themengebiet einarbeiten. Um die Grundlagen präsent zu haben, muss man die Standardliteratur zum Thema kennen. Zudem muss man wissen wie der aktuelle Stand der Technik ist. Das erfährt man über die Konferenzbeiträge der zum Thema relevanten Konferenzen. Auf dieser Basis versucht man ein (hoffentlich finanziell gut gefördertes) Projekt auf die Beine zu stellen, das interessante Ergebnisse verspricht. Es dauert ca. zwei Jahre, dann ist man in der Lage etwas zum aktuell Stand der Forschung beizutragen, indem man Ergebnisse auf internationalen Konferenzen oder in Form von Artikeln publiziert.